Möhren züchten

Möhren züchten (Daucus carota)

Familie der Doldenblütler (Umbelliferae, Apiaceae).

Ursprung: Die Möhre stammt aus Asien, sie wurde jedoch schon im 13. Jahrhundert nach Europa eingeführt. Unsere heutigen Möhren sind eine Kreuzung der wilden Arten.

Arten: Amsterdamse bak, Berlikumer, Chantenay, Douceur F1, Ervora, Flakkeese, Fly F1 (resistent gegen die Möhrenfliege), Merida, Minicor, Mokum F1, Nantes, Nantura, Napoli, Parijse wortelen, Premino, Primo, und viele andere.

Düngung:  Möhren brauchen im Allgemeinen nur wenig Düngung. Zu viel Stickstoff bringt nur zu viel Blätter und zu wenig Wurzeln.  Außerdem wird die Pflanze durch zu schnelles Wachstum anfälliger für Krankheiten und Schimmel.
Düngen mit Kalium (Holzasche, Vinasse) dagegen ist sehr zu empfehlen, um leckere und harte Möhren zu erhalten.

Magnesiumkalk wird manchmal vor dem Winter und der Aussaat gegeben. Nehmen Sie dabei aber keinen Kompost, weil er die Möhrenfliege anzieht und Schimmelbildung fördert. 
Achten Sie auf lockeren Boden mit guter Dränage. Man kann die Möhren auch wie Spargel aufgedämmt säen, dies ermöglicht eine schnellere Erwärmung und bessere Dränage.
Ein pH-Wert von 6 ist ideal zum Züchten von Möhren.

Wechselkultur: Erst nach vier Jahren wieder an derselben Stelle säen. In der übrigen Zeit keine verwandten Gewächse anbauen! So gehören auch Petersilie, Sellerie, echter Sellerie, Pastinak, Engelwurz, Kerbel und Wurzelpeterselie zur Familie der Doldenblütler.
Säen: wir säen am besten so früh wie möglich, um einen Vorsprung vor Krankheiten und Schädlingen zu haben.
Man kann natürlich auch mehrere Male säen, um das ganze Jahr über ernten zu können. Säen Sie maximal 1 cm tief und halten Sie den Boden feucht, so dass er keine Kruste an der Oberfläche bildet.
Einige Beispiele:
-  frühe Aussaat unter kaltem Glas, das ist bereits von Anfang Februar bis Mitte März möglich. Halten Sie dabei 20 cm Abstand zwischen den Reihen.
-  Im Sommer kann von April bis Ende Juli ausgesät werden. Halten Sie dabei 25 cm Abstand zwischen den Reihen ein.
-  Die Wintermöhre wird von Mitte April bis Mitte Juni ausgesät. Halten Sie dabei mindestens 30 cm Abstand zwischen den Reihen ein.

Tipp: Die Keimdauer kann bis zu einem Monat betragen. Deshalb verwenden wir manchmal andere Sämlinge zur Markierung. Radieschen sind dafür am besten geeignet.
Verwenden Sie auch Stöckchen und Folie zur Markierung, so dass Sie sehen können, wo Sie gesät haben. Das erleichtert Unkraut jäten und hacken.
Gegen die Möhrenfliege kann man auch Grassoden verwenden, dann braucht man sie nicht zu bekämpfen.
Achten Sie auf die gute Ausrichtung der Stelle, also auf den Sonnenaufgang und -untergang, so dass Sie Wärme und Licht optimal ausnutzen.
Bei zu schweren Böden sollten Sie die kleinen, sogenannten Pariser Möhren verwenden, weil sie viel flacher wurzeln.
Resistente oder hybride Arten verhindern Krankheiten und Schimmel, was besonders die Bio-Liebhaber interessieren wird. Auch kommen ältere Arten wieder auf den Markt, worunter auch violette Möhren.
Die Samen bleiben mindestens drei Jahre lang keimfähig.

Selbst Samen gewinnen: Das ist möglich, aber Doldenblütler kreuzen sich rasch mit anderen Familienmitgliedern.
Pflanzen Sie einige Möhren in einen großen Behälter und stützen Sie die Blütenstängel.
Am besten bedecken Sie die Blüten mit Plastikfolie, um unerwünschte Kreuzungen zu verhindern. Selbst Hunderte Meter entfernte Pflanzen können Sie noch befruchten.
Bedenken Sie auch, dass F1 oder hybride Arten keinen Samen der gleichen Qualiät liefern. Sie sind sozusagen 'gedopt' und haben nicht die gleichen Eigenschaften wie die Mutterpflanze.
Die Blütenstängel werden bis zu einem Meter hoch und die Blüten reifen nicht alle gleichzeitig.
Trocknen Sie die Samen und bewahren Sie sie in einer Papiertüte auf (atmen).
Tipp: selbst gewonnenen Samen immer mit warmem Wasser waschen, das hilft gegen Krankheiten und Schimmel.

Pflege: Beim Keimen kein Unkraut zulassen und die Keimlinge gut feucht halten. Es darf beim Wachstum kein Stillstand durch Wassermangel auftreten, denn das führt zu morschen oder rissigen Möhren. Beachten Sie beim Ausdünnen, dass ein starker Geruch entsteht, der die Möhrenfliege anzieht. Man sollte an Regentagen oder bei starkem Wind roden, dann sind die Fliegen weniger aktiv. 
Sät man zu dünn, führt dies bei schlechtem Keimen zu vielen leeren Stellen im Pflanzenbett.
Säen Sie Tagetes (Studentenblume) zwischen die Reihen um den Boden gegen Cystenälchen zu schützen.

Ernte: Zur Ernte verwendet man eine sogenannte Schuffel. Wir stecken sie entlang der Möhren in den Boden und heben sie damit an. Wir können das Grün in die Hand nehmen und gerade nach oben führen, um Abbrechen zu vermeiden.
Tipp: Möhren vor dem ersten Frost ernten!

Aufbewahren: Große Mengen Möhren können eingemietet werden. Im kalten Keller in Kisten mit feuchtem Sand ist auch möglich. Ansonsten im Kühlschrank oder zubereitet im Tiefkühlschrank.

Kompostieren: Das Laub lässt sich prima kompostieren, falls keine Krankheiten aufgetreten sind.

Mögliche Krankheiten:

  • Möhrenfliege Mehltau, Älchen

Gesundheit: die Wurzel enthält Karoten bzw. Provitamin A, und das scheint gegen Krebs zu helfen.
Falcarinol ist ein natürliches Anti-Schimmelmittel, dass die Möhre selbst erzeugt. Es scheint bereits zur Bekämpfung bestimmter Tumore verwendet zu werden. Das Produkt ist zwar toxisch, aber man müsste mehrere hundert Kilo davon verwenden um die kritischen Werte zu erreichen.

Inhaltsstoffe je 100 Gramm:

  • Eiweiß 1 gr
  • Zucker 5 gr
  • Fett 0,2 gr
  • Kohlenhydrate 5 gr
  • Kalzium 27 mg
  • 44 mg Phosphat
  • außerdem Provitamin A, Mineralstoffe, Fasern,....

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Autor: Maurice Claes