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https://www.matelma.com/de-de   /    Freitag 21. Juni 2019

Rote Bete im Gemüsegarten: von der Saat bis zur Ernte

Botanischer Name: Beta vulgaris var. rubra
Andere Namen: Rübe, Rote Beete
Familie: Chenopodiaceae, besser bekannt unter dem Namen Gänsefußgewächse.

Herkunft:
Stammt von der wilden Rübe aus Südeuropa ab (Mittelmeergebiet).
Griechen und Römer haben die Rübe weiter gezüchtet.
Sie wurde in großem Maßstab angebaut und erhielt den Namen: 'römischer Spinat'.

 

 

Formen: rund, mit Pfahlwurzel, flache Knolle...
Farben: Rot, Weiß, Gelb, Orange, Rosa u.a.
Standort: im gleichen Pflanzenbett wie Möhrengewächse.
Dies macht einen Fruchtwechsel erforderlich. Normalerweise alle sechs Jahre, jedoch mindestens vier Jahre lang sollten andere Gewächse angebaut werden, um mögliche Krankheiten zu verhindern.

Die Rote Bete immer an einem sonnigen Standort aussäen. Der Boden sollte luftig, gut entwässert und bereits längere Zeit vorher gut gedüngt sein. (*) Zu viel Düngung führt zu nitratreichen Früchten. Aus Nitraten werden beim Erhitzen die gefürchteten Nitrite, die möglicherweise krebserregend sind.
Tipp: Vitamine C beim Essen bremst die schädlichen Wirkungen von nitratreichem Gemüse. Sehr zu empfehlen!
(Beispiele: Rüben, Spinat, Mangold, Endivie, Salat in Suppen u.dgl.).
Biologisch angebaute Rote Beete enthalten oft 30% mehr Antioxidantien als bei industriellem Anbau. Sie unterstützen den Stoffwechsel.

Zeitraum und Methode für die Aussaat: Der beste Zeitraum zum Säen ist zwischen April und der dritten Woche im Juli.
Bei früherer Aussaat sollte der Boden abgedeckt werden. Man kann auch in Anzuchttöpfchen aussäen und sie in den Wintergarten stellen.
Achten Sie dabei jedoch auf die Pfahlwurzeln, beschädigte Pflanzen geraten beim Wachstum schnell in Rückstand.
Die Samen befinden sich in einem korkartigen Knäuel, das aus 3-5 Samen besteht. Davon sollte nur ein Samen verwendet werden, weil sonst zu viele Pflanzen dicht aufeinander stehen. Dies kann rasch zur gefürchteten Blattfleckenkrankheit führen.
Wegen der korkartigen Schicht empfiehlt es sich auch, die Samen vor der Aussaat einige Zeit einzuweichen, so dass sie schneller keimen.
Aussaat in einer Furche, bis maximal 3 cm Tiefe (gut festdrücken).
15 °C ist eine gute Temperatur für die Aussaat. Die Samen keimen ziemlich langsam und kommen nach ca. zwei Wochen zum Vorschein.
In der Verpackung behalten die Samen ihre Keimkraft für ca. fünf Jahre.
Die Rote Bete ist eine zweijährige Pflanze.

Düngung: Wie bereits bemerkt, sollte man bei Wurzelgewächsen im Allgemeinen nicht zu frischen und zu viel Stickstoff verwenden.
Dagegen besteht Bedarf an Kalium. Kalium sorgt für stabile und schöne Früchte mit gutem Geschmack.
Empfohlener Dünger: 12-10-18 (N/P/K) = 50 gr./m² (*) oder 10-12-18 (N/P/K) = 60 gr./m² (*).
Rote Bete brauchen keinen speziellen pH - Wert, aber es versteht sich von selbst, dass sandige Böden schneller Wasser und Nährstoffe verlieren. Deshalb ist ein lehmhaltiger Boden ein besserer Puffer, solange er durchlässig bleibt.

Pflege: Ausdünnen, hacken, jäten, mulchen, rechtzeitig gießen bei ausbleibendem Regen.

Ernte: Knollen rechtzeitig ernten, sonst werden sie zu groß und morsch.
Rechtzeitige Ernte verkürzt die Kochzeiten, vor allem für längere Aufbewahrung.
Die normale Kochzeit beträgt 30-40 Minuten, aber größere Knollen brauchen bis zu 1 Stunde, um gar zu werden.
Die Knollen lassen sich in feuchtem Sand aufbewahren, wenn das Laub entfernt wird. Achten Sie darauf, dass Sie die Wachstumsstelle nicht abbrechen.

 



 Krankheiten  und Schädlinge:

 

  • Rübenzystennematode

  • Moosknopfkäfer (Atomaria linearis)
  • Rübenfliege (Pegomyia hyoscyami)

  • Blattfleckenkrankheit durch zu dichte Anpflanzung (ausdünnen)

  • Fäule aufgrund von Bor-Mangel

  • Kaliummangel führt zu Verfärbungen der Blattränder und Nerven, achten Sie auf richtige und ausreichende Düngung

  • Schimmel

Schwarze Bohnenlaus (verschwindet manchmal von selber, wenn Marienkäfer vorhanden sind, die sie gerne vertilgen!)


 

Samen gewinnen:
Dies ist nur möglich, wenn keine F1- hybriden Arten verwendet werden.
Achten Sie bei der Gewinnung von Samen auf Kreuzbestäubung! Rote Bete kreuzt sich leicht mit Futterrübe, Mangold und Zuckerrüben.
Rüben werden vom Wind bestäubt.
Die Pflanze entwickelt sich vor allem an langen Tagen, sie blüht also in den Sommermonaten.

In der Küche: Die Rote Beten sind aufgrund ihrer gesunden Eigenschaften ein beliebtes Gemüse und werden auf verschiedenerlei Art zubereitet.

Einlegen in Süß/ Sauer:
Die Rüben in einem Stück und ohne  Blätter kochen (wohl 1 cm Stängel und Wurzel stehen lassen).
Anschließend werden sie in einen Topf mit einer Mischung aus Essig und Wasser gelegt. Einige Gewürznelken, Lorbeerblätter, Pfefferkörner und etwas Zucker (nach Wunsch) hinzugeben und auf die Hälfte des Volumens einkochen lassen. Nach dem Kochen die Schale der Rüben entfernen (geht problemlos, aber Plastikhandschuhe verwenden) und die Knollen in Würfelform oder Scheiben zerschneiden.
In Glasbehältern aufbewahren, den eingekochten Essig darüber gießen. Der Essig sorgt für optimale Konservierung, Bakterien haben keine Chance.

Auch Einfrieren ist möglich, dazu sollten die Rüben jedoch erst gar gekocht werden.

Rübensalat, rote Beete mit Hering, kann geraspelt auch roh verzehrt werden, hat dann jedoch den typischen Erdegeschmack.

Die Blätter können im Salat oder in Rohkost verwendet werden.

Der Farbstoff Betanin wird durch Extraktion gewonnen und in der Industrie für Nahrungsmittel und bestimmte Gerichte viel verwendet.

Nährwert: Phosphor, Calcium, hoher Kaliumgehalt, Vitamin A, B1, B2, B3, Vitamin C, Phosphor,  Eisen, Eiweiß, Natrium,  Mangan, Folsäure,  pflanzliche Fette, andere Spurenelemente, 350 Kcal/kg.

Wert als Heilmittel:
Rübensaft hilft gegen Leukämie, der Farbstoff Anthocyan hilft gegen Nachtblindheit sowie Herz- und Gefäßkrankheiten (schlechte Cholesterinwerte). Folsäure wirkt auf den Stoffwechsel, den Herzmuskel und die roten Blutkörper.
Eine Mischung aus Möhren- und Rübensaft wird als Heilmittel gegen Krebs empfohlen (mindestens drei Gläser pro Tag).

Kurz um: Noch ein gesundes Gemüse, das in unseren Gemüsegarten nicht fehlen sollte.
Rote Beten wachsen schnell und brauchen nur wenig Pflege.
Sie sollten es einmal probieren!

#255

Autor: Maurice Claes