Buxux (Buchsbaum): Krankheiten, Schädlinge und deren Bekämpfung

Buxus ist heutzutage aus unseren Gärten nicht mehr wegzudenken. Auch Gartenarchitekten verwenden diese Pflanze gern. Mit anderen Worten: Buxus ist ein echter Hit in unseren Gärten! Dies verdankt er vor allem seiner Vielseitigkeit, denn er kann als Heckenpflanze, Kübel- und Terrassenpflanze dienen. Natürlich wächst er auch freistehend, wo man ihn in allerlei Formen schneiden kann (Tierfiguren, Kegel, Kugeln, Spiralen u.dgl.) Zum Schneiden verwendet man am besten eine spezielle Buxusschere. 
Früher war Buxus vor allem in Pfarrgärten oder auf Bauernhöfen zu finden. Die Pflanze wird traditionell am Palmsonntag geweiht und findet sich deswegen das ganze Jahr hindurch in christlichen Wohnzimmern. Die kleinen, grünen Zweige sind ein Symbol für Jesus von Nazareth und ein Zeichen von Frieden und Versöhnung.

WELCHE FEINDE HAT BUXUS?

A. INSEKTEN

1. Der Buchsbaumblattfloh (Psylla buxi) 

Bekämpfung: ein 3 - 4 mm kleines, gelbliches bis grünes Insekt. Die jungen Insekten werden Nymphen genannt. Sie scheiden ein weißes, wasserabstoßendes Wachs in großen Mengen aus (glänzend, klebrig, feucht, süß), das als Schutz gegen Feinde und Austrocknen dient. Erwachsene Insekten (die so genannten Imagos) haben diese Wachsschicht nicht.   


Die Nymphen machen sich ab Ende April bemerkbar. Man findet sie an den Blattspitzen (Wachstumsstellen), wo sie saugen. Dies verursacht eine löffelförmige Faltung der Blätter. Die Nymphen verstecken sich dann unter diesen Blättern. Diese Faltung führt zu schweren Wachstumsstörungen. Anfang Juni kommen die Imagos zurück und legen im Laufe des Sommers ihre Eier, die sich zu einer neuen Generation Blattflöhe entwickeln. Blattflöhe haben nur einen Lebenszyklus pro Jahr, was die Bekämpfung erleichtert. Werden sie früh bemerkt, lassen sich große Schäden vermeiden.

Chemische Bekämpfung: Man spritzt dazu Anfang April - also vor dem ersten 'Angriff' der Blattflöhe - ein Produkt auf der Basis von Imidacloprid. Die Schäden zeigen sich an der löffelförmigen Einrollung der Blätter.
Biologisch: Sobald die ersten umgefalteten Triebe sichtbar werden, werden sie sofort abgeschnitten und in den Grünabfall-Container entsorgt.

2. Die Buchsbaumspinnmilbe (Eurytetranychus buxi) 
Diese Milben sind mikroskopisch kleine, braunrote Insekten mit (im Gegensatz zu anderen Milben) ziemlich großen Pfoten, mit denen sie sich schnell bewegen können. Die orangefarbigen Eier findet man nur mit dem Vergrößerungsglas. Diese Milben haben saugende und beißende Mundwerkzeuge. Sie haben mehrere Generationszyklen pro Jahr (eine Generation lebt ca. 3 - 4 Wochen) .

Ihr Lebenszyklus verläuft wie folgt: Ei – Larve – Nymphe – erwachsenes Insekt mit 8 Pfoten.
Sie befällt nur alte Blätter, an denen auffällige, strichförmige Punkte erscheinen. Auch das Blattgrün kann sich zitronengelb verfärben. Junge Blätter werden nicht befallen. In sehr schweren Fällen sind die Blätter so beschädigt, dass weiße Risse entstehen. Der Befall ist vor allem an geschützten Stellen unter Glas oder auf der Veranda bedrohlich. Dabei spielt außer hohen Temperaturen auch fehlende Feuchtigkeit eine Rolle.

Bekämpfung:
Chemisch: Regelmäßig mit einem milbentötenden Mittel (Acaricid) oder einem Produkt auf der Basis von Broompropylat sprühen.
Biologisch: Raubmilben, wie Typhodromus pyri, die bis zu 8 Milben am Tag fressen können. Diese Raubmilben werden in spezialisierten Unternehmen gezüchtet, die sie dann an Gartenzentren weiterverkaufen. 

3. Die Buxusmilbe (Aceria unguiculata)
Diese winzigen Insekten, die selbst unter 10-facher Vergrößerung kaum sichtbar sind, kommen auf Buxus ziemlich häufig vor. Sowohl die Larven, als auch die erwachsenen Tiere haben zwei Paar Pfoten. Sie sind an ihrem wurmförmigen Körper erkennbar und leben vor allem in kranken Knospen, Trieben und Zweigen des Buxus.
Die Insekten verursachen Geschwülste und Verfärbungen, mit denen die Pflanzen schmutzig aussehen. Die missgebildeten Triebe haben ärmliche Blätter. Die befallenen Zweige sehen dunkel aus. Dies ist Zeichen einer schweren Wachstumshemmung.

Bekämpfung:
Chemisch: Ende März mit einem Produkt auf der Basis von Amitraz spritzen.
Biologisch: Beschädigte Spitzen abschneiden und in den Grünabfall-Container entsorgen oder verbrennen.

4. Kommaschildlaus (Lepidosaphes ulmi) 
Diese 2 bis 3 mm große Schildlaus hat die Form eines Kommas. Sie kommt vor allem im unteren Teil der Pflanze auf ausgetrockneten Zweigen vor. Die weiblichen Schildläuse setzen unter ihrem Schild ihre Eier ab. Stirbt die Laus, so kommen die wachsartigen Eier frei, die uns an eine Schimmelkrankheit erinnern.

Diese Lausart verursacht nur geringe Schäden, auch wenn sie gefährlicher aussieht, als die anderen Arten.

Bekämpfung:
Chemisch: Besprühen mit Mineralöl (Elephant-oil), wenn die Schäden sichtbar werden, oder im Mai, wenn sich die Schilder lösen. Dazu nimmt man ein Produkt auf der Basis von Imidacloprid, Propoxur oder Cyhalotrin.
Biologisch: Stark geschädigte Triebe abschneiden und in den Grünabfall-Container entsorgen.
Bitte beachten: Nicht alle erwähnten Produkte sind für den Hobby-Gärtner erhältlich.


B. PHYSIOLOGISCHE ABWEICHUNGEN


Steht der Buxus an einer ungünstigen Stelle, so können Krankheiten auftreten. Dies lässt sich verhindern, wenn man ihn in kalkreichen, fruchtbaren Boden setzt, am besten im Halbschatten. Auch gute Drainage ist erforderlich!

1. Grüner Belag 
Er entsteht durch Algen, die die Atmungsöffnungen der Blätter verstopfen. Dadurch wachsen die Pflanzen schlechter und sehen ungepflegt aus. Ursachen sind ein verkehrter Standort, zu viel Schatten oder nicht gut getrocknete, zu feuchte Blätter.

2. Plötzliche Blüte und gelbe Blattränder 
Dies kommt vor allem durch Mangel an Dünger oder Kalk, vor allem in Kübeln und mit schlechter Erde. Durch Düngung mit viel Stickstoff kann man ärmlichen Pflänzchen neues Leben einblasen. Auch Pflanzen, die fortwährend 'nasse Füße' haben, zeigen dasselbe Bild und verfärben sich braungrün. Im Handel ist spezieller Buxusdünger erhältlich.

3. Abgebrochene Zweige 
Manchmal sieht man bräunliche, tote Zweige. Dies ist keine Krankheit, sondern meist die Folge von unsanften Zusammenstößen. Man denke an Rasenmäher, spielende Kinder, Haustiere u.dgl. Auch unsere vierbeinigen Freunde können die Buxushecken durch Urinieren beschädigen. Dadurch verbrennen die Blätter, was sich durch Sonne noch verschlimmert.

 


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Autor: Piet Van den Broecke