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Spalierbäume und geschnittene Bäume: Baumarten und ihre Verwendung

Spalierbäume und geschnittene Bäume: Bäume die man erziehen kann!
 
Ein immer wiederkehrendes Problem bei Bäumen in unseren Gärten ist es, dass Bäume viel zu schnell viel zu groß werden. Dank speziell gezüchteter Spalierbäume und geschnittener Bäume gehört dieses Problem der Vergangenheit an. Ihre Popularität nimmt deshalb rasch zu. Mit ihren straffen Formen passen sie gleichermaßen in klassische und in moderne Gärten. Inzwischen gibt es ein großes Angebot geschnittener und geführter Bäume mit einem Stammumfang von 10-50 cm in allen denkbaren Formen und Größen. Damit sie ihre Form und Größe behalten, müssen sie einmal im Jahr geschnitten werden.

Oft werden diese Bäume mit einem Spalier- oder Formgitter geliefert. Dies erleichtert den Schnitt, denn man braucht nur noch bis zum Gitter zurückzuschneiden und hat wieder ein ganzes Jahr Freude an seinem Baum. Formgehölze brauchen nicht mehr Platz, als wir ihnen geben. Da der Umfang der Krone begrenzt bleibt, werden auch die Wurzeln nicht zu groß. Formgehölze können sehr alt werden, und behalten durch den Schnitt ihre Kraft. Ein Züchter braucht durchschnittlich 7-15 Jahre, um einen Baum in einen guten Spalierbaum oder geschnittenen Baum zu verwandeln. Sie kaufen also ein Produkt, das mit großer Sorgfalt gezüchtet wurde.

Zahllose Möglichkeiten und genügend Auswahl
Spalierbäume waren schon im klassischen Altertum bekannt: geführte und geschnittene Bäume standen schon zu Beginn unserer Zeitrechnung in allen römischen Gärten. Vor allem Spalierobst von Äpfeln (Malus), Birnen (Pyrus) und Pflaumen (Prunus) ist auch heute noch von großer Bedeutung, denn diese Bäume geben maximale Mengen an Obst höchster Qualität auf kleiner Fläche.  Außerdem blühen alle Arten wunderschön!  Ebenso bekannt sind die prächtigen Spalierlinden, zum Beispiel die Sommerlinde (Tilia platyphyllos), aber auch Ahorn (Acer), Hainbuche (Carpinus), Ulme (Ulmus) und andere Baumarten lassen sich gerne im Spalier leiten. Bei den in Form geschnittenen Bäumen sind vor allem die flach geschorenen Platanen berühmt, die wie ein Dach die Dorfplätze in Südeuropa überspannen. Solche flachen oder schirmartigen Dächer sind jedoch auch mit anderen Baumarten möglich wie etwa dem Maulbeerbaum (Morus) oder der Linde. Ein solcher schirmförmiger Baum passt auch hervorragend auf Ihre Terrasse. Säulenformen (auf Wunsch sogar mit Zweigen bis unten) gibt es von Ahorn, Hainbuche, Linde, Buche usw. Kugelformen auf den Stamm können durch den Schnitt entstehen, aber bei manchen Arten ist die runde Form schon von Natur vorhanden, zum Beispiel beim Kugel-Trompetenbaum (Catalpa bignonioides ‘Nana’), oder der Kugelrobinie (Robinia pseudoacacia ‘Umbraculifera’). Außerdem gibt es Blockformen und pyramidenförmig geschnittene Bäume sowie allerlei Schnittformen wie bei der Kopfweide. Auch hierbei handelt es sich im Grunde um geschnittene Bäume, wie die vielen reich blühenden Zierkirschen (Prunus) zeigen, die in allen möglichen Kronenformen (von der Kugel bis zur Säule) lieferbar sind.

Zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten
Straffe Formen sind typisch für die moderne Gartenarchitektur. Dazu passen Spalierbäume und geschnittene Bäume oder Formgehölze. Zum Beispiel als Sonnendach in 2 1/2 Meter Höhe über einer Terrasse, als schöne grüne und blühende Wand an einem Zugangsweg oder Zaun oder als 4 m hohe 'Hecke auf Stelzen' zum Schutz gegen Einblicke. Klein bleibendes Spalierobst wächst auch hervorragend in Töpfen und Kübeln auf Balkons und Terrassen. Pflanzen Sie keine beerentragenden Bäume über Ihrer Terrasse, wenn deren Früchte zu Flecken führen, zum Beispiel bei der schwarzen Maulbeere und informieren Sie sich genau über die Pflege. Der Pflegebedarf kann je Art unterschiedlich sein, so verlangen Spalierbäume (vor allem Obstbäume) einen präziseren Schnitt und bessere Pflege als geschnittene Bäume, die nur einmal im Jahr (bei Knotenformen sogar nur alle paar Jahre) geschnitten werden müssen.


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Quelle: VLAM
www.vlam.be